Kleiner Rückblick auf das Jahr 2025

 

es ist Samstag vor dem 4. Advent, windstill, etwas bewölkt, sonnig und warm. Die letzten Rinder sind seit 19. November im Stall, dem Tag vor dem ersten Schnee, die Zäune sind abgebaut, die Maschinen eingewintert und wir haben im ganzen Hof viel aufgeräumt und geputzt. Zeit auch um auf das vergangene Jahr zurückzuschauen.

Ganz grob könnte man sagen, die erste Jahreshälfte hätte für uns vom Wetter her nicht besser sein können, das dritte Quartal Juli, August, September war durch den häufigen, ergiebigen Regen die größte Herausforderung und ab Oktober liefen die anstehenden Arbeiten wieder ziemlich gut, so dass wir jetzt am Jahresende noch alles gut versorgen, putzen und aufräumen konnten.
Bevor es aber draußen richtig los ging, stellten wir im Zusammenhang mit Nys Meisterarbeit unsere Kälberaufzuchtmethode von „nach dem Melken saufen“ auf „vor dem Melken saufen“ um. In diesem Projekt wurden die Kälber vor der Umstellung und danach wöchentlich gewogen und beobachtet.
Dann konnten wir Anfang März schon beginnen die Äcker zu richten, um danach zu säen, wir konnten Wiesen abschleppen, Präparate spritzen, die Zäune bauen, das Wintergetreide striegeln und Untersaaten einbringen. Durch das sonnige trockene Wetter konnten wir konstant dranbleiben und waren bis Ostern, Mitte April komplett auf dem Laufenden. Weiter war es dann möglich zwischen dem 10. und 15. Mai den ganzen ersten Schnitt Silage einzufahren, um den 12. bis 20. Juni das Heu zu machen und parallel dazu auch schon den 2. Schnitt auf den früh geschnittenen Wiesen einfahren. Dann schlug das Wetter um, wurde regnerisch, was uns zunächst auch sehr entgegen kam, da der neue Aufwuchs dadurch sehr gut gedieh. Die Getreideernte war dieses Jahr für viele Bauern durch langanhaltende Regenperioden sehr herausfordernd und begann bei uns so früh wie noch nie am 12. Juli mit dem ersten Roggen (selten vor dem 25. Juli). Eine Woche darauf dann der restliche Roggen mit dem ersten Weizen. Danach gab es nur noch einen Tag ohne Regen, an dem wir den ganzen restlichen Weizen und 1/3 des Dinkels droschen. Danach gab es keinen Tag ohne Regen bis weit in den August. Leider konnten wir dadurch den restlichen Dinkel nicht mehr backfähig ernten. Für das Futtergetreide allerdings war das kein Problem. Es war auch sehr mühsam das Stroh zu pressen da wir fast alles zum Trocknen kreiseln mussten. Auch die ganze Stoppelbearbeitung und später das Herrichten der Felder für die Winteraussaat musste immer in sehr kurzen Zeitfenstern geschehen, in denen es einigermaßen trocken war. Später, im Oktober gab es dann wieder längere trockene Phasen, in denen wir die Herbstaussaaten dann doch ziemlich zufriedenstellend durchführen konnten.
Die Apfelernte Ende Oktober fiel nur mäßig aus und im November konnten wir dann die Außenarbeiten zu einem guten Ende bringen.

Auf der technischen Ebene hatten wir einen schwerwiegenden Unfall. Glücklicherweise ist dem Fahrer nichts Schlimmeres passiert, der Schlepper aber war nicht mehr reparabel und musste ersetzt werden.

Nach den umfangreichen Aktivitäten im letzten Jahr mit dem Dorffest am Hof war dieses Jahr ruhiger. Die Jugendsektion mit ihrem Leitungsteam traf sich Anfang Januar wieder am Hof. Die freie Landbauschule und die Demeter Ausbildung im Süden hatten wieder je einen Tag bei uns, an dem der Schlachtprozess intensiv mit Vor- und Nachbereitung behandelt wurde. Ende November fand dann wieder die Mitgliederversammlung des Vereins am Hof statt.

Die regelmäßige Arbeit in den sozialen Entwicklungs- und Verarbeitungsräumen mit J.P. Roggenbuck wurde weiter fortgesetzt ebenso die Treffen unseres Arbeitskreises mit A.C. Momsen, M.Ries und J.P. Roggenbuck. Aus diesem Kreis heraus werden wir nächstes Jahr auf der landw. Tagung in Dornach eine Arbeitsgruppe anbieten und von unseren ersten Schritten berichten.

Mit Stephan Ness wurde auch dieses Jahr wieder der Kultus der Menschenweihehandlung 4mal zu den Jahresfesten am Hof zelebriert.

Die Ergebnisse des siebenjährigen Projektes des Bodenfruchtbakeitsfonds zum Bodenaufbau wurden auf Gut Rheinau CH der Öffentlichkeit vorgestellt und mit einem Festakt abgeschlossen.

In einer Arbeitsgruppe des BFF arbeiten wir weiter an den Fragen zur Weiterentwicklung der Landwirtschaft und des Fonds. Ein nächstes Treffen der Gruppe wird im Januar auf dem Breitwiesenhof stattfinden.

So geht dieses Jahr dem Ende zu und wir sind gespannt was aus der Weihnachtszeit für Impulse für das neue Jahr sichtbar werden.

 

Wir wünschen allen eine kraftvolle, ruhige, besinnliche Weihnachtszeit und einen guten Jahresanfang,

mit herzlichen Grüßen vom Breitwiesenhof

Urs Sperling

 

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