Kleiner Jahresbericht 2019

Auch dieses Jahr gab es weiter gravierende Veränderungen hier in den Wäldern. Da die Fichten durch die anhaltend geringen Niederschlagsmengen sehr geschwächt sind, konnte sich der Borkenkäfer explosionsartig ausbreiten und es mussten hektarweise Fichten geschlagen werden. Auch der Hang gegenüber dem Hof, hinter der Schlücht, wurde mit dem Vollernter komplett gerodet und liegt jetzt kahl da. In unserem eigenen Wald mussten wir diesen Herbst 371 Fm einschlagen. Das Bittere für alle ist, dass man froh sein muss, wenn der Aufwand durch den Erlös gedeckt wird und das Holz überhaupt noch verkauft werden kann. Heute hörte ich, dass es doch einen kleinen staatlichen Zuschuss geben soll.
Aus dem Winter heraus hatten wir dieses Jahr eine deutlich bessere Wasserversorgung der Pflanzen und konnten einen guten 1. und auch 2. Schnitt einfahren. Dazu kommt, dass wir die letztes Jahr verkleinerte Herde nicht so schnell wieder aufstocken können, was beides zusammen eine entspannte Futtersituation für diesen Winter ergibt. Neu praktizierten wir in dieser Saison die sog. Kurzrasenweide. Das bedeutete vereinfacht gesagt, die Tiere gehen bereits im März wenn es grün wird auf die gesamte Weidefläche und man schaut, dass das Gras nie länger als max. 8 cm lang wird. Das erreicht man in dem man zur Hauptvegetationszeit ein Teil der Flächen aus zäunt und bei Bedarf, frisch gemäht, wieder dazu gibt. Den Blühprozess hat die Wiese das ganze Jahr hindurch an den durch Kuhfladen verursachten Geilstellen. So leben die Tiere über lange Zeiträume nahezu ausschließlich von der Weide, man muss kein Grünfutter mähen und in den Stall fahren und auch die Zäune nur einmal auf und abbauen. Es hat, da wir sehr eng mit darin erfahrenen Kollegen zusammen arbeiteten, ziemlich gut funktioniert.
Wir haben seit Herbst 2018 durch den FIbL Versuch alle Kälber mind. bis zum 6. Monat auf dem Betrieb aufgezogen und sind dabei mit mittlerweile 4 regionalen Gastronomen und einer Kantine eine Vermarktung aufzubauen, damit unsere Kälber nicht mehr in konventionelle Mastbetriebe verkauft werden müssen.
Die Getreideerträge waren leicht über dem Durchschnitt, mit guter Qualität und wieder recht früher Ernte.

Das Wetter war für die Gärtnerei ziemlich optimal, bis auf das zögerliche, kalte Frühjahr. Die Zuccini haben das gar nicht vertragen und mussten neu gesetzt werden. Ansonsten kamen die meisten Kulturen ziemlich gut, manche sogar überdurchschnittlich gut wie z.B. die Möhren, Gurken und Paprika. Dass die Kartoffelkäfer die Frühkartoffeln fraßen und der Kohl auch nicht glücklich wurde, waren die Wehrmutstropfen. Das 2. neue Anzuchthaus mit Hackschnitzelheizungswärme konnte ab Februar genutzt werden. Im Sommer wurden beide Häuser mit Auberginen bepflanzt die so zum ersten Mal richtig gediehen. Ebenso sollen Frederik`s Versuche mit Popkorn- Mais etc. nicht unerwähnt bleiben.         

In der Vermarktung sind die Umsätze bis Oktober weiter um 11% gestiegen. Neu im Sortiment haben wir Hähnchenfleisch von Fam. Vogelbacher und Fam. Mager und Dürr hier aus der Region. Ein Teil davon ist aus dem Projekt „Bruderhahn“, in dem versucht wird, wieder Zweinutzungsrassen zu züchten, damit die gemästeten männlichen Küken wenigsten „Mistkratzer“ werden.  

Auch dieses Jahr konnten wir die Schlachtung und Verarbeitung direkt auf dem Hof weiter ausbauen, vor allem den Bereich Kalbfleisch (wie oben erwähnt) und das, obwohl die Schulküche in Stuttgart ganz weg fiel.

Barbara Wyss, bäckt nun schon über 1 Jahr zweimal die Woche in unserer Backstube und der Brotumsatz stieg um 40 %. Sie macht 5 verschiedene Sorten Brot plus Brötchen und wir sind alle sehr dankbar und glücklich!

Das Forschungsprojekt mit den Agronauten e.V und der Regionalwert AG über eine nachhaltige Bilanzierung, bei dem wir Projektbetrieb waren, konnte abgeschlossen werden und wurde am 5. November in Freiburg öffentlich vorgestellt. Das Ergebnis ist eine praktikable Erfassung und Bilanzierung der vom Betrieb erbrachten nachhaltigen Leistungen, die sich bei uns im Projektjahr auf 138.745,64 € summierten. Auf Grundlage dieser Ergebnisse werden nun in der nächsten Phase ca. 100 Betriebe in 8 Regionen, davon 3 im Ausland, auf diese Art bilanzieren. Wen es genauer interessiert, der Abschlussbericht ist auf unserer Homepage unter Forschung verfügbar. Danach soll es auch in anderen Branchen Anwendung finden und zu konkreten Zahlungsausgleichen führen.  Im Kälberaufzuchtversuch mit dem FibL, in dem wir die Aufzucht mit Müttern und am Eimer vergleichen (Gesundheit, Verhalten, Wachstum und Milchqualität), läuft seit Ende Oktober der 2. Durchlauf mit nochmal ca. 15 Kälbern. Nächstes Jahr um diese Zeit werden wir dann hoffentlich erste Ergebnisse vorstellen können.

Als großes Bauvorhaben begannen wir im März mit der Sanierung und Isolierung des Daches, sowie der Außenhülle des Jagdhauses. Die Ortung eines schleichenden Wasserschadens neben dem Eingang gestaltete sich ausnehmend schwierig. So konnte erst jetzt diese Stelle fertig gestrichen werden. Nun fehlen nur noch die Fensterläden, die wir über den Winter im Warmen richten wollen.

Die Namensänderung des Vereins bereitete vor allem Johannes viel Arbeit, mittlerweile ist sie fast überall durchgeführt und doch kommt immer noch was falsch.

Die Jahresfeste beschäftigen uns zunehmend. Wir sind dabei überkommene Formen zu hinterfragen und neue Wege zu suchen. Mehr kann im Augenblick darüber nicht berichtet werden.

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